Hallo China – Die Welt ist manchmal so klein!

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Hallo China – Die Welt ist manchmal so klein!

Durch einen tollen Zufall lernten wir sehr nette Menschen in China kennen. Die Namen sind eh egal, da sich alle Chinesen, die mit Europäern, Amerikanern etc. zu tun haben, eigene internationale Namen ausdenken. Wir haben an vielen lustigen Abenden schon ganze Taufen vollzogen.

Mein Mann – Chefarzt der Neonatologie im St.-Franziskus-Hospital Münster – hat für eine Firma Vorträge über Beatmung von Frühgeborenen und Hochfrequenzbeatmung in China gehalten. Die dortige Vertriebsfirma besteht ebenso aus Menschen mit einem großen Idealismus. Dort geht es definitiv nicht nur um Kapital, sondern primär um die Optimierung der Versorgung der Frühgeborenen. Es ist, als haben sich die Firma hier, die dortige Firma und mein Mann gesucht und gefunden. Es passt einfach und so entstand ein freundschaftlicher Kontakt nach China.
S. – ich schreibe die Namen mal nicht aus- hat in Deutschland studiert und spricht fließend deutsch. Wir schreiben uns viel über den chinesischen Messenger (WhatsApp und Facebook sind in China nämlich verboten) und wir besuchen einander. Es ist ein toller und lustiger Kontakt. Wir tauschen uns über die Kulturen aus, aber auch über Frühgeborene und überlegen gemeinsam, WAS kann man noch an „Drumherum“ tun.

Die chinesischen Neonatologien sind mit den identischen Geräten wie hier ausgestattet. Neonatologisch befindet sich China aber auf dem Stand eines Entwicklungslandes, weil die Menschen  dort sich nicht an die Versorgung der Allerkleinsten aufgrund der Ein-Kind-Politik heran getraut haben. Eine Versorgung findet erst ab der 28. SSW statt. Bei uns theoretisch ab der Grenze der Lebensfähigkeit, die zwischen bei 22-24 Wochen liegt.

Die Vertriebsfirma dort mag unheimlich gerne, dass mein Mann für sie Vorträge hält, weil es einfach menschlich passt. Es ist nicht so, als wenn es dort keine Menschen gibt, die etwas verändern wollen. DOCH, die gibt es und „Ludwig“ ist einer davon. Er mag das „Warme“ und „Herzliche“, das mein Mann ausstrahlt. Und wir empfinden Ludwig genauso. Warm und herzlich. Er möchte wirklich etwas für chinesische Frühgeborene bewirken.

In China werden Neonatologen „PANDA-DOCS“ genannt, weil sie so selten sind! Nur wenige Ärzte in China gehen diesen Weg. Behinderungen sind sehr schlimm, denn die Ein-Kind Politik ermöglicht nur dieses eine Kind, das später für die Eltern sorgen muss. Das Kind sichert den sozialen Status etc. Und all diese Verantwortung für das zukünftige Leben ruht auf den Neonatologen.

Neulich schrieb ich also mit S. und berichtete ihr, dass ich für die Gruppe „Sternenzauber & Frühchenwunder“ nähe, die ehrenamtlich Kliniken mit Frühchenkleidung und Kleidung für kleine Verstorbene versorgt. Die Kliniken bekommen alle Kleidung wirklich vollkommen kostenfrei zur Verfügung gestellt! 800 Frauen (und eine Handvoll Männer) nähen daran. Jeder so, wie er Zeit und Muße hat. Und es ist Wahnsinn, was dabei raus kommt.

Hier ist der Link zur Facebookseite – seht selbst: https://www.facebook.com/sternchenundfruehchen

S. war begeistert. Sie berichtete Ludwig davon und er bat darum, dass er Frühchenkleidung „Made in Germany“ erhält, um auf den nun kommenden Messen zu zeigen, mit wie viel Liebe in Deutschland auf Frühchen geschaut wird. Was für ein Forum Frühchen in Deutschland haben. Die Beachtung mag für unsere Verhältnisse immer noch klein erscheinen- für chinesische Verhältnisse ist es riesig!

Also entschied ich, dass ich einige „Sets“ für Ludwig für die Messen anfertige, damit evtl. die chinesischen Fachkräfte Gefallen daran finden und ein ähnliches Projekt ggf in China beginnen kann. Chinesische Eltern dürfen ihre Frühgeborenen maximal 2 Mal pro Woche besuchen. Was wäre es doch für eine Freunde, wenn die Kinder wie richtige Babys aussehen würden und nicht nackt und allein in ihren Kästen aus Glas liegen. Viele Kinder werden ruhiger, wenn sie Begrenzung über Kleidung erfahren. Es gibt sogenannte Dufttücher- die wären ideal wegen der kurzen Besuchszeiten. Die Eltern tragen diese Tücher erst eine Zeit am Körper, so dass sie den Körpergeruch annehmen. Dann bekommen die Kinder diese Tücher und fühlen sich so näher bei ihren Eltern.

Ich kann ja fast alles selbst nähen und bei dem, was ich nicht nähen kann (Bodies in so kleinen Größen), haben sich sofort einige Helferinnen der Gruppe bereit erklärt. In der Gruppe steht das Helfen ganz oben. Jedes Frühchen ist wichtig. Und wenn wir durch eine Inspiration etwas bewirken können, ist es doch eine wunderbare Sache!

Neben der großen Tasche voller Frühchenkleidung werden wir 15 Bücher des Buches „Eine Stimme für Frühchen“ mit nach China schicken, da auch daran großes Interesse besteht. Das rührt uns sehr. Dieser Wille, die Liebe und Herzlichkeit in die Neonatologien zu bekommen ist unser oberstes Ziel – gerne weltweit-  und evtl die starren und eingefahrenen – von ANGST beherrschten- Wege in China zu durchkreuzen oder einfach breiter zu machen.
„Eine Stimme für Frühchen“ goes intenational und wir hoffen, dass somit weltweit die Frühchen von vielen gemeinsamen Projekten profitieren können.

Und wir machen es von Herzen gerne!

About Julia Schierhold-Urlichs

Autorin des Buches "Eine Stimme für Frühchen" und Mutter 4er wunderbarer Kinder! Julia lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Münster - zusammen mit 2 Englischen Bulldoggen, 1 plüschigen Katze, 2 eigenartigen Meerschweinchen und einigen Hühnern.

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